Schwangerschaft

Medizinische Studien zu Melatonin und Schwangerschaft

Melatonin ist für die embryonale und fötale Entwicklung von wesentlicher Bedeutung. Denn es hat verschiedene Funktionen für das Ungeborene, das nur über die Plazenta direkt mit dem mütterlichen Melatonin versorgt wird. Ist die mütterliche Melatoninproduktion wodurch auch immer gestört, hat dies auch Auswirkungen auf das ungeborene Kind.

Versorgungszentrum Plazenta

Die Plazenta nimmt bei einer Schwangerschaft eine überaus wichtige Rolle ein: Denn sie ist das Versorgungszentrum des Kindes. Gibt es Komplikationen während der Schwangerschaft, wird meist ein Zusammenhang mit der Plazenta hergestellt – mit zum Teil dramatischen Folgen für Mutter und Kind, wie etwa bei der Präeklampsie. Hier kann ausreichendes Melatonin der Mutter helfen.

Melatonin bei Präeklampsie

Ältere Studien beobachteten, dass Frauen mit Präeklampsie deutlich verringerte Melatoninwerte aufweisen als gesunde Frauen. Auch die Plazenta dieser Frauen zeigte einen niedrigen Melatoninspiegel und ist somit etwaigen Giften ausgesetzt. Mit seiner antioxidativen Wirkung kann Melatonin die Plazenta gezielt vor freien Radikalen, die bei einer Präeklampsie toxisch einwirken, schützen und den Blutdruck der Schwangeren regulieren.

Melatonin fördert die embryonale Entwicklung

Melatonin ist außerdem ein wichtiger Regulator für den fötalen Entwicklungsprozess: Es unterstützt einerseits das Ungeborene, seinen eigenen circadianen Rhythmus zu bilden. Andererseits hat Melatonin einen direkten Einfluss auf die Entwicklung des Nerven- und endokrinen Systems, es schützt die Organe, die für den Metabolismus des Ungeborenen verantwortlich sind und fördert die Entwicklung des fötalen SCN. Ist zu wenig Melatonin vorhanden, kann dies zum Teil der Grund dafür sein, dass Spätfolgen, wie z.B. ADHS, auftauchen.

Medizinische Studien zu Melatonin und Schwangerschaft

Der zirkadiane Rhythmus im Zusammenhang mit Geburtsausgang und Säuglingswachstum: Forschungsprotokoll einer prospektiven Kohortenstudie

2020-02 Kaur S, Teoh AN, Shukri NHM, Shafie SR, Bustami NA, Takahashi M, Lim PJ, Shibata S

Der zirkadiane Rhythmus spielt eine wichtige Rolle als innere Uhr unseres Körpers, die Verhalten und Physiologie gemäß dem 24-stündigen Hell-Dunkel-Zyklus unserer Umgebung synchronisiert. Frühere Studien haben einen gestörten zirkadianen Rhythmus mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten, Frühgeburten und niedrigem Geburtsgewicht in Verbindung gebracht. Der vorliegende Artikel beschreibt das Protokoll einer prospektiven Kohortenstudie, die darauf abzielt, den zirkadianen Rhythmus bei Schwangeren zu bestimmen und dessen Zusammenhang mit mütterlichen Faktoren während der Schwangerschaft, der Gewichtszunahme während der Schwangerschaft, der Geburt und dem Säuglingswachstum zu ermitteln.

Melatonin fördert die Gesundheit von Uterus und Plazenta: potenzielle molekulare Mechanismen

2019-12 Chuffa LGA, Lupi LA, Cucielo MS, Silveira HS, Reiter RJ, Seiva FRF

Die Entwicklung des Endometriums ist ein zyklisches Ereignis, das durch Hormone und Wachstumsfaktoren streng reguliert wird, um den Menstruationszyklus zu koordinieren und gleichzeitig eine geeignete Mikroumgebung für die Einnistung eines Embryos während des „Empfängnisfensters“ zu fördern. Bei vielen Frauen kommt es zu Uterusstörungen, die eine erfolgreiche Empfängnis behindern, z. B. zu einer Verdickung des Endometriums, Endometriose, Lutealphasendefekten, Endometriumpolypen, Adenomyose, Virusinfektionen und sogar Endometriumkarzinom, wobei an der Mehrzahl dieser Störungen Veränderungen endokriner Komponenten oder Zellschädigungen eine Rolle spielen.

Reduzierte Melatoninsynthese bei schwangeren Nachtarbeiterinnen: Auswirkungen auf den Stoffwechsel der Nachkommen

2019-11 Nehme PA, Amaral F, Lowden A, Skene DJ, Cipolla-Neto J, Moreno CRC

Mehrere neue tierexperimentelle Studien zeigen, dass die intrauterine metabolische Programmierung bei einer verminderten Melatoninsynthese während der Schwangerschaft modifiziert werden kann, was zu Glukoseintoleranz und Insulinresistenz bei den Nachkommen führt. Daher stellen wir die Hypothese auf, dass Nachtarbeiterinnen während der Schwangerschaft unter Umständen ihre Nachkommen ungewollt Gesundheitsgefahren aussetzen könnten.

Melatonin zur Verhinderung einer Minderdurchblutung der Plazenta und von fetalen Schädigungen im Zusammenhang mit intrauterinem entzündungsinduziertem oxidativem Stress in einem Mausmodell

2019-10 Lee JY, Li S, Shin NE, Na Q, Dong J, Jia B, Jones-Beatty K, McLane MW, Ozen M, Lei J, Burd I

Es wurde gezeigt, dass Melatonin oxidativen Stress reduziert und Hyperkoagulabilität abschwächt. Wir stellten die Hypothese auf, dass maternal verabreichtes Melatonin oxidativen Stress und eine Hyperkoagulabilität der Plazenta im Zusammenhang mit einer Exposition gegenüber intrauteriner Entzündung (IUI) reduzieren und sich folglich günstig auf die feto-plazentare Durchblutung und fetale Folgeschädigungen auswirken könnte.

Melatoninprofile während des dritten Schwangerschaftstrimenons und Gesundheitszustand der Nachkommen unter Tag- und Nachtarbeiterinnen: eine Fallreihe

2019-04 Nehme PA, Amaral FG, Middleton B, Lowden A, Marqueze E, França-Junior I, Antunes JLF, Cipolla-Neto J, Skene DJ, Moreno CRC

Eine erfolgreiche Schwangerschaft erfordert Anpassungen der mütterlichen Physiologie. Während des intrauterinen Lebens unterstützt das zirkadiane Zeitsystem der Mutter eine erfolgreiche Geburt und die postnatale Entwicklung. Das maternale Melatonin ist wichtig, um den zirkadianen Rhythmus und die Tageslänge auf den Fetus zu übertragen.

Von der Implantation bis zur Geburt: Einblicke in die molekularen Funktionen von Melatonin

2018-09 Carlomagno G, Minini M, Tilotta M, Unfer V

Melatonin ist ein lipophiles Hormon, das hauptsächlich in der Zirbeldrüse synthetisiert und sezerniert wird und als neuroendokriner Signalgeber photoperiodischer Informationen während der Nacht wirkt. Zusätzlich zu dieser Aktivität besitzt Melatonin eine antioxidative Funktion und spielt eine Schlüsselrolle als Regulator physiologischer Prozesse im Zusammenhang mit der menschlichen Reproduktion.

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