Bei Patienten mit bösartigen Tumoren schwankt der Schweregrad ihrer Symptome häufig je nach Tageszeit. In der traditionellen chinesischen Medizin heißt es, dass die Symptome einem Muster folgen: „morgens leicht, tagsüber stabil, abends schlimmer und nachts schwer“. Dieser Artikel befasst sich mit der zirkadianen Chronobiologie der Symptome und untersucht ihre molekulare Pathophysiologie. Es gibt Hinweise darauf, dass Störungen in zentralen Genen der zirkadianen Uhr, wie BMAL1 und PER, zusammen mit der Dysregulation von zellulären Stoffwechselwegen, Immunreaktionen und endokrinen Funktionen das Tumorwachstum und die Metastasierung während der nächtlichen Perioden synergistisch fördern. Diese molekularen Veränderungen tragen durch Mechanismen wie direkte Tumorinvasion, neurale Infiltration, Entzündungsprozesse, Sensibilisierung des Dorsalwurzelganglions (DRG) und abnorme Melatoninsekretion zur Verschlimmerung der Symptome bei. Der Artikel untersucht drei chronotherapeutische Strategien und bewertet die Rolle von Melatonin in der gezielten onkologischen Therapie, die darauf abzielt, die zirkadiane Regulation und das Symptommanagement zu optimieren und damit eine wissenschaftliche Grundlage für personalisierte Antitumormaßnahmen zu schaffen, die auf zirkadianen Rhythmen beruhen.